Durch ihre Nervenstärke sind sie für den Sport und Freizeitreiter geeignet


Bei unseren AraboFriesen verwenden wir arabische Vollblüter für die Schönheit, die Härte und den Adel, den Shagya-Araber für die Reitpferdepoints und bestes englisches Vollblut für die Kraft und die Ausdauer. Unser Nachwuchs bestätigt unsere Zuchtphilosophie - gesunde, umgängliche, nervenstarke Pferde mit viel Mut

feinfühlig - leistungsstark - edel

Photo by Tracey Eide www.EquineSportPhotography.com........................................................... Irina mit Indiana Jones beim Fohlenbrennen

Vor ca. 400 Jahren, während der spanischen Besatzungszeit von 1568 bis 1648, wurden die einheimischen Bauern gezwungen, ihre Stuten von den arabisch geprägten Hengsten der Spanier zur Zucht zu verwenden. Daraus entstand ein äußerst leistungsfähiges Pferd, von dem unter anderem die Orlow Traber und die Morgens abstammen. Um wieder so ein leistungsfähiges Pferd zu züchten, verfolgten vereinzelte Züchter die Idee, zum Ursprung zurückzukehren. Diese Experten suchten nach bestem nordafrikanischen Wüstenaraberblut, das bereits vor 400 Jahren schon in der Friesenrasse eingeführt war, um es in gut ausgesuchte friesische Stuten einzubringen.

"Dies geschah in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts"


hier sehen Sie die arabischen Vorfahren Gharib und Ibn Rabdan

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Sie wählten den bekannten Elitehengst "Gharib" - einen reinen Ägypter vom Haupt - und Landesgestüt in Marbach, um folgende Eigenschaften der Friesen zu verbessern: Ausdauer, Härte, Lungen - und Herzvolumen. Das bedeutet eine schnelle Rückkehr zu normalem Pulsschlag und bessere Wärmeabgabe durch feinere Haut und andere Muskelstrukturen. Das Ergebnis in der 2., 3. und 4. Generation waren Pferde, die im Sport sehr erfolgreich eingesetzt wurden. Seit acht Jahren in Folge sind diese Sport-Friesen im Vierspänner belgischer Meister - im internationalen Fahrsport, als auch bei Weltmeisterschaften findet man sie seit Jahren unter den "TOP TEN". In jüngster Zeit, werden sie auch erfolgreich im Dressursport eingesetzt.

Von großem Vorteil für die Sport-Friesen-Zucht war, dass bei der Zucht der reinen Friesen durch strenge Selektion auf Schönheit und Gangwerk größter Wert gelegt wurde. Somit konnte bei der Zucht der Sport-Friesen weitgehend die Leistungsfähigkeit an erster Stelle stehen. Das Resultat sind einheitliche friesentypische, leistungsstarke Pferde. Die meisten Käufer der Sport-Friesen sind ehemalige Warmblutbesitzer, die ihren Sport gerne mit leistungsstarken barocken Pferden ausüben wollen.

Sport-Friesen sind nicht einfach Kreuzungen zwischen Friesen und Araber. Sie dürfen bis zu 40 % Araberblut haben und wie Friesen aussehen, über etwas weniger Behang und einen edleren Kopf verfügen. Sie haben ein geschmeidiges Gangwerk mit viel Freude an der Bewegung. Sie sind mit Ausdauer und Härte ausgestattet und bestehen dadurch auch im schwersten Sport.

Mein Zuchtziel liegt bei 20 bis 40 % Vollblutanteil, so dass die Pferde wie Friesen aussehen, mit den typischen Gängen und der Ausdauer und Härte eines Vollblüters ausgestattet sind. Die Fohlen erhalten komplette Papiere und den Equidenpass.  Die Zucht ist eine Leistungszucht. Die Sport-Friesen sollen sich mit den besten Warmblütern messen können.


Portrait von "Gharib"

Egal, wie man selbst zu ihm stand: dass Gharib in der Zucht großes geleistet hat, dürfte wohl niemand abstreiten können. Es liegt in der Natur wirklicher Größe, dass der, der sie besitzt, nie unumstritten ist – bei großen Pferden ist das auch nicht anders als bei großen Menschen, und gerade an Gharib schieden sich die Geister. Man hielt entweder nichts von ihm oder sehr viel, oder (so ging es mir selber) man stand erst auf der einen Seite und vollzog irgendwann eine 180-Grad-Kehrtwendung zur anderen Seite hin. Als ich Gharib zum ersten Mal sah, fiel mir zuerst der tiefe Schweifansatz auf und der völlig andere Typ, und ich machte mir ernsthaft Sorgen um die von Hadban Enzahi geprägte, einheitliche Marbacher Stutenherde. Erst später erwies sich, wie unberechtigt, ja unsinnig solche Befürchtungen waren. Gharib war gar nicht in der Lage, dieser sorgfältig durchgezüchteten Herde etwas wegzunehmen; er war aber wohl imstande, ihr wichtiges und notwendiges zu geben.

Gharib wurde am 1.April 1965 im ägyptischen Staatsgestüt El Zahraa geboren und stammte von dem Fuchs Anter aus der schwarzbraunen Souhair. Er war der einzige Anter-Sohn, der in Deutschland wirkte. Als Fünfjähriger wurde Gharib in El Zahraa von dem damaligen Leiter des Haupt- u. Landgestüts Marbach, Landoberstallmeister Dr. Georg Wenzler, für Marbach erworben. Dabei standen verschiedene Überlegungen im Vordergrund. Anfang der siebziger Jahre hatte Hadban Enzahi die Marbacher Herde entscheidend geprägt, die vorwiegend aus seinen Töchtern bestand; davon gingen wiederum einige auf Hadbans Halbschwester Nadja zurück. Hadban Enzahi war ein Stempelhengst, dessen Kinder den Vater nicht verleugnen konnten. Ohne seine Leistung als Vererber schmälern zu wollen (vollkommen ist bekanntlich niemand), muß man objektiv feststellen, dass dabei häufig die Hälse und Kruppen etwas knapp ausfielen, und auch die Gänge waren nicht immer überragend. Zudem war Hadban Enzahi ein reinerbiger Schimmel, der früh weiß wurde und später viel Pigment verlor, was er zumeist in Anpaarung mit Schimmelstuten vererbte. Der neue Hengst musste also mehrere Voraussetzungen erfüllen: er sollte viel Pigment haben, gute Gänge, einen guten Hals, außerdem möglichst nicht von Nazeer abstammen und trotzdem nicht blutsfremd sein.

Gharib wurde diesen Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht. Er war ein Rappe; er verfügte über einen langen, gut geformten Hals, eine kräftige, wenn auch etwas runde Kruppe und ein gewaltiges Gangvermögen; obendrein konnte er auch springen. Er war frei von Nazeer-Blut und besaß doch mehrfach Blutanschluß sowohl an Hadban Enzahi als auch an dessen Vorgänger Jasir. Bei einer guten Größe von 1,55 m Stockmaß machten ihn seine guten Reitpferdepoints sowie seine Gänge und sein Springvermögen auch bei Warmblutzüchtern beliebt: er war der bislang einzige Vollblutaraberhengst der Nachkriegszeit, der in der Trakehnerzucht eine Hengstlinie begründen konnte.

Auszug aus dem Portrait von Betty Finke in ARABISCHE PFERDE 4/1990


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AraboFriesen Hengstfohlen   auf den Bildern 5 Monate alt  -  oben sind die Väter